14.-15.11.2009

Musik wie sie sein soll: mit viel Spaß!

Fünf Minuten, ganze fünf Minuten waren beim Workshop „Moderne Stilistik auf dem Akkordeon“ mit Wolfgang Russ in Koblenz notwendig, um zumindest einem der sechs Orchesterspieler des 1. Handharmonika-Clubs Mutterstadt e.V. klarzumachen, dass er zwar seit mehr als 40 Jahren sein Instrument spielt, aber eigentlich nix weiß.

 

Aber keine Bange alle Aspiranten, die auch schon immer mal so einen Kurs besuchen wollten! Man muss es eigentlich andersrum sehen: nach fünf Minuten hatte sich das Wochenende am 14. und 15. November schon gelohnt. Denn was dieser Wolfgang Russ – X-Jahre Erfahrung als Profimusiker, Komponist und Arrangeur – sowohl alten Hasen als auch Neueinsteigern in kürzester Zeit in Sachen Swing, Rock, Latin und Tango Nuevo vermittelt, ist schier unglaublich, wenn man es nicht einmal selbst gehört und erlebt hat. Beispiel gefällig? Eines der geprobten Stücke war sein „Supertramp“-Medley. Jeder der sechs HHCler hatte das Arrangement garantiert schon 50 Mal und öfter gespielt. Und jeder staunte hinterher: “So hab’ ich das noch nie gehört und manche Teile überhaupt noch nicht!“ Die Lösung ist klar: der Mann kann nicht nur direkt erklären, was er mit seinem Arrangement denn will, sondern er hat auch das pädagogische (Einfühlungs-)Vermögen, es dir auf im wahrsten Wortsinn spielerische Art beizubringen. Wobei der Wolfgang aber auch auf der einen oder anderen Stelle so lange „rumhacken“ kann, bis sie so klingt, wie er es sich vorstellt, und er das Beste aus dem 30-köpfigen Orchester herausgekitzelt hat. Das Ganze immer locker swingend/lachend/rockend, gewürzt mit Witzen („Wie verhilft man einem Viertestimme-Spieler zu mehr Engagement? Man schreibt über eine halbe Note das Wörtchen Solo.“) und Anekdoten oder interessantem Hintergrundwissen aus der Musik allgemein. Und stets bleibt noch Zeit, neben dem rein Musikalischen auch Wolfgang Russ’ reiches Erfahrungswissen anzuzapfen zwischen der richtigen Wahl von Mikros und der Sitzordnung eines Orchesters.

  

Zu euphorisch, diese Zeilen? Keineswegs, denn sie stammen nicht von einem hochbegeisterten Frischling sondern einem vierfachen Wiederholungstäter, der jedes Mal was neues lernt, mit vollem Motivationstank in den wöchentlichen Probebetrieb zurückkommt und vor allem immer eines genießt: Musik machen, wie es sein soll: mit viel Spaß.

  

 

 

Aus Mutterstadt haben Daniela, Gertrud, Monika, Rolf, Thorsten und Wendelin teilgenommen. Damit waren wir zahlenmäßig die "zweitstärkste Fraktion" bei diesem Seminar. und nebenbei bemerkt: der Handharmonika-Club übernimmt traditionell die Lehrgangs- und auch einen Teil der Übernachtungskosten. Keineswegs eine selbstverständliche Einstellung, aber bestimmt eine gute Investition: auch in die Zukunft altgedienter Orchesterhasen.

 

 

(Text: Rolf)

 
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Letzte Änderung: 16.01.2010