Rückblick

 
22. November 2008:   Jubiläumskonzert

Ein Jubiläumskonzert ist eine besondere Herausforderung, vor allem wenn man bereits ein Dreivierteljahrhundert alt wird. Welche Stücke wählt man aus? Soll man sich auf die Perfektion von bekannten Melodien oder auf das Einstudieren zeitgemäßer Musik konzentrieren? Das Jubiläumskonzert des 1. Handharmonikaorchesters Mutterstadt zeigte, dass das Orchester unter der Leitung von Dr. Martina Gerber den idealen Mittelweg zwischen klassischen und modernen Stücken gefunden hat und getreu seinem Motto „75 Jahre und kein bisschen müde“ lebt. So wurden die Konzertbesucher im Palatinum immer wieder durch neue, belebenden Elemente überrascht, trotzdem gab es den ein oder anderen Wiedererkennungseffekt bei der Darbietung der Stücke.

Nach einer kurzen Begrüßung übergab Vorsitzender Wendelin Magin die Moderation des Abends an den früheren Vereinsaktiven Joachim Ratzel. Unter den rund 400 Gästen waren auch Landtagsvizepräsidentin Hannelore Klamm, Bürgermeister Hans-Dieter Schneider, die Beigeordneten Klaus Lenz und Klaus Leicht, Bürgermeister Dr. Peter Kern aus Limburgerhof sowie Bürgermeister a.D. Ewald Ledig.

Bei den Orchesterspielern begrüßte Joachim Ratzel besonders Hilde Gerstner, die mit dem Handharmonika-Club fast auf den Tag genau ihren 75-jährigen Geburtstag feierte. Der Moderator gratulierte mit einem Blumenstrauß und bezeichnete die Jubilarin als das lebende Beispiel gelungener gemeinsamer Aktivitäten von Jung und Alt. Sie lebe sozusagen den HHC-Slogan „75 Jahre und kein bisschen müde“.

Das Konzert begann mit dem bekannten Stück „Auf einem Persischen Markt“. Direkt im Anschluss folgte passend zum Kinostart des neuen James Bond Films die „James Bond Concert Suite“. Dabei überzeugte nicht nur die Musik der Akkordeonspieler das Publikum, sondern besonders auch der Solo-Gesang von Kristina Franz-Werner. Als nächstes Stück folgte das lebendige Cabaret und der kurzweilige Swing „Mack the Knife“ bevor die Jugendgruppe des 1. Handharmonika-Clubs auftrat. Vor allem durch seine erfolgreiche Jugendgruppe zeigt der HHC , dass er es schafft, sämtliche Generationen unter einem Dach zu integrieren. So verwunderte dann auch der Hinweis des Moderators nicht, dass alle Mitwirkende des Konzerts ausnahmslos Vereinsaktive sind.

Die große Jugendgruppe überzeugte aber nicht nur quantitativ, sondern bot trotz rhythmisch anspruchsvoller Stücke eine hohe Qualität. Den beiden Titeln  „Fluch der Karibik“ und „Wickie“ konnte man anhören, dass die Jugendgruppe einige Extraproben absolviert hatte. Auch die kleinsten Vereinsmitglieder zeigten ihr Können, so schmetterten René und Milena Keller und Lena Langen eifrig „Wickie“ ins Mikrofon, was den Zuschauern sichtlich gefiel.

Nach der Pause ging es mit dem sechsköpfigen Ensemble auf hohem Niveau weiter. Große Akkordeonmusik wurde meisterhaft interpretiert. Sowohl das gefühlvolle klassische Stück „Moz-Art“ als auch der Tango Nuevo „Years of Solitude“ waren perfekt einstudiert und dargeboten. Latin Feeling kam durch das dritte Stück „Franks Mambo“ auf. Im Anschluss trat das Orchester wieder in voller Besetzung auf und erfreute die Zuhörer durch den zackigen „Marsch der Akkordeonfreunde Mutterstadt“. Dieser Marsch war für das 50. Vereinsjubiläum vom damaligen Dirigent Karl Franz komponiert und einstudiert worden und wurde jetzt 25 Jahre später wieder neu entdeckt und mit hoher Begeisterung dargeboten. Darauf folgte das melodisch, sanfte Stück „Music“, welches wie der Verein selbst, Klassik und Moderne verbindet. Außerdem wurde immer wieder deutlich, welche qualifizierten Musiker den Background des Orchesters bilden. Das Swing-Stück aus Alabama „Tuxedo Junction“ erzeugte Südstaaten-Atmosphäre und bei „Les Humphries“ hätte ein Großteil des Publikums wahrscheinlich am liebsten mitgesummt. Seinen Abschluss fand das Konzert mit dem Stück „Carpenters forever“, welches nochmals durch die Gesangseinlage von Kristina Franz-Werner perfektioniert wurde. Wer dachte, dass damit der Höhepunkt des Konzerts vorbei sei, irrte sich. Standing Ovations gab es für die Zugabe des Orchesters: Es wurde nochmals der „Marsch der Akkordeonfreunde Mutterstadt“ aufgeführt, diesmal aber unter der Leitung des Komponisten des Stücks und „Juwel der Mutterstadter Musikszene“ Karl Franz.

Ein großes Lob gebührt auch dem Moderator Joachim Ratzel, der eloquent und charmant durch das kurzweilige Programm führte. Fazit: Ein schöner Samstagabend mit einem außergewöhnlichen Jubiläumskonzert.

 

(Amtsblatt vom 27. November 2008 – 3. Absatz in kursiver Schrift nicht im Amtsblatt)

(Text: Veronika Görtz)

 

 

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Letzte Änderung: 08.02.2009